Im August ist unser Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzende Reinhold Richter gestorben.
Ein Rückblick auf sein langes und erfülltes Schachleben.
Bereits mit acht Jahren spielte Reinhold regelmäßig Schach mit seinem Vater, der ihn später mit in den Esslinger Schachverein nahm. Als Jugendlicher fing er mit Turnierpartien an. Schach ließ ihn nicht mehr los und brachte ihm viele interessante Begegnungen. So lernte er starke lettische Spieler kennen, die nach dem zweiten Weltkrieg einige Zeit in Esslingen verbrachten, bevor sie nach Amerika weiterzogen. Nach Reinholds Sieg mit Damenopfer bei einer Simultanveranstaltung von GM Sämisch 1948 in Geislingen erhielt er eine Audienz beim Großmeister, wobei sie auch ihr geliebtes Blitzschach spielten. Beim Schüleraustausch mit Tschechien wurde er von IM Pribyl familiär aufgenommen. Hier noch eine Auswahl seiner Schacherfolge und Stationen: Württembergischer Jugendvizemeister, vordere Plätze bei Studentenmeisterschaften, nominiert für die Württembergauswahl bei Länderkämpfen gegen Frankreich, Oberliga-Spieler in Esslingen und Kirchheim, viermal in Folge Vereinsmeister in Geislingen. 1964 war er Mitbegründer des Schachclub Kirchheim/Teck und übernahm die ersten acht Jahre den Vorsitz. Später wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Als Mathematiklehrer übernahm er auch die Schach-AGs an seinen jeweiligen Schulen. Sein besonderes Highlight war der Gewinn der deutschen Schulschachmeisterschaft in Hamburg durch seine Mannschaft vom Gottlieb-Daimler-Gymnasium Bad Cannstatt. Als Schulschachreferent hat er später für die Anerkennung von Schach als Schulfach und die entsprechende Bezahlung gekämpft und an einigen Schulen durchgesetzt. Für dieses Engagement und seiner Förderung der Schachjugend erhielt Reinhold Richter die goldene Ehrennadel des württembergischen Schachverbandes.
Trotz seiner vielen anderen Aktivitäten fand er immer Zeit zum Schach spielen. Als Mensch hat er „Schach als Sport“ gelebt und aufgrund seiner sportlichen Einstellung auch in schlechteren Positionen immer weitergekämpft. Seine Fähigkeit, die Konzentration über mehrere Stunden in einem Schachkampf hochzuhalten, hat ihm selbst im hohen Alter noch viele Punkte gebracht. Mit 90 Jahren hat er seine letzten Mannschaftskämpfe absolviert und mit seinem Enkel bis kurz vor seinem Tod noch im Altersheim Partien gespielt.
Der Schachclub Kirchheim wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.